Bewegung & Stille

Muss ich still halten, um Stille zu erfahren...?

Kurze Einführung:
Ich schließe meine Augen und richte meine Aufmerksamkeit auf meine Atmung. Ich atme ganz bewusst ein und aus. Es ist nichts Sensationelles, jedoch überaus erstaunlich, wie schnell mich die bewusste Atmung zur Ruhe bringt. Wie oft nehme ich mir tagsüber Zeit meinen Atem zu beobachten? Es ist ganz einfach sich nur auf die Atmung zu konzentrieren. In diesem Moment nehme ich mir die Zeit, mich ohne Anstrengung nur mit mir selbst zu beschäftigen.

Ruhe in die Gedankenwelt bringen:
Beim bewussten Atmen werden meine Gedanken von Augenblick zu Augenblick weniger.
Ich lasse das „Wollen“ und „tun müssen“ los: ich konzentriere mich nur mehr auf meine innere Welt und höre auf, alles außerhalb zu beobachten, zu bewerten oder zu kontrollieren.

Wahrnehmung der inneren Welt erweitert mein Bewusstsein:
Meine innere Welt ist für mich wahrnehmbar, fühlbar, sichtbar. Meine Wahrnehmung erweitert sich und ermöglicht, dass meine innere Welt mit meiner äußeren Welt verschmilzt.
Ich bin mein Körper, mein Verstand, meine Gefühle, meine Wahrnehmung, meine Umgebung, mein Umfeld, meine Mitmenschen, der Wind, die Sonne, die Sterne, das Universum. All das bin ich, denn es gibt keine Trennung und keine Identifikation mehr. Es ist ein Moment der innere Stille, der Meditation...

Meditation durch sanfte Bewegungen erleben
Diesen Zustand kann man sitzend, liegend oder ruhend erreichen. Man kann in diesem wunderbaren Moment des „still seins“ allerdings auch durch sanfte Bewegungen ankommen. Sanfte Musik begleitet und intensiviert diese meditative Erfahrung.
Diese Form der Meditation ist sehr empfehlenswert für alle, die noch wenig Erfahrung mit Meditationen haben. Manchen Menschen fällt es auch schwer, still zu halten oder lange zu sitzen. Ich muss zugeben, dass ich mich manchmal auch dazu zähle, obwohl ich diese Form des Meditierens  sehr schätze.
Der Körper sollte so viel wie möglich in Bewegung bleiben. Er ermöglicht uns die Fortbewegung, die Handlungsfähigkeit und die Erdung.

Verhaltensmuster verändern
Durch unsere Erziehung haben wir bestimmte Verhaltensmuster gelernt. Vielen Menschen wurde in ihrer Kindheit immer wieder gesagt, dass sie still halten und sich benehmen müssen.Denn Disziplin und Ordnung muss sein! Das unterdrückt den spontanen Bewegungsdrang und Selbstausdruck, den gerade Kinder aber auch wir Erwachsenen so dringend brauchen.
Es wundert mich nicht, dass die Menschen, denen diese Benimm-Regel und dieser Ordnungskodex noch in den Knochen sitzen, vor einer stillen Meditation die Flucht ergreifen.
Ein meditativer Zustand ist für den Geist, den Körper und die Seele ein Segen. Wir müssen nicht still halten, um in uns in der Ruhe und der inneren Mitte wiederzufinden.

Warum der Körper Bewegung braucht?

Wenn der Körper sich nicht genug bewegen kann, beginnt er diesen bewegungsarmen Modus zu speichern. Der Körper ermöglicht es uns, sich von Ort A nach 0rt B zu bewegen. Das Gehirn ist für die Planung und Organisation zuständig. Wenn das Gehirn immer wieder auf das Problem stößt, dass seine Ziele und Vorhaben an der Körperträgheit scheitern, wird es auf „Sparmodus schalten“ und diesen Modus abspeichern.
Dabei tritt dann eine gewisse Starre ein, die sich mit der Zeit auf alle Funktionen des Körpers, der Organe und der Gefühle ausweitet. Unser gesamtes System ist nicht dafür erschaffen „dahin zu vegetieren“. Unser System ist auf Wachstum und Entwicklung ausgerichtet. „Evolution“ ist das Stichwort und der Grund, warum unser Geist uns immer wieder die Impulse schickt, etwas in Bewegung zu setzen. Die Anregungen sind: tue etwas, bewege dich, mache deine Erfahrungen, entwickle dich, lebe und liebe dein Leben!
Werden diese Bedürfnisse unterdrückt oder gar nicht mehr wahrgenommen, öffnen sich die Tore für Krankheit, Unwohlsein und auch der Alterungsprozess wird beschleunigt.

Wohlbefinden für Körper, Geist und Seele
Es ist für Körper, Geist und Seele eine Wohltat, durch Körperbewegungen in einen Zustand der inneren Zentrierung, Entspannung und Harmonie zu kommen. Dabei erlauben wir dem Körper die Führungsrolle. Frei von geistiger Kontrolle darf der Körper Bewegungen durchführen, die die Selbstheilungskräfte aktivieren, Regeneration fördern und das ungehinderte fließen der Lebensenergie zulassen.

Wir könnten uns unsere Lebensenergie als einen Bach vorstellen, welcher von vielen Steinen, Ästen und Blockaden befreit wird. Wir erlauben unserer ganzen Kraft wieder zu fließen.

Die getanzte Meditation ist für junge und ältere Menschen geeignet. Sie kann begleitend zu jeder Art von Sport und Bewegung ausgeführt werden. Besonders hilfreich ist sie für Menschen mit motorischen Störungen und Koordinations-Problemen. Alle Menschen, die der Ansicht sind, keine guten Tänzer zu sein, werden erstaunt sein über diese abwechslungsreiche Erfahrung der „Bewegung und Meditation“.

Diese Art des Meditierens ist Teil meiner therapeutischen Arbeit.